Manchmal bleibt alles ruhig. Stehen. Innerlich. Bis zu einem Punkt, an dem sich die Richtung ändert. Man spürt, dass alles sich weiter bewegt. Sich verändert. Doch bis sich die Veränderung spürbar macht, vergehen Träume und Nächte und Stunden. So lange bleibt man im Niemandsland. Nicht dort. Nicht hier. Irgendwo. Zwischen zwei Stadien. Inmitten einer Welt, die nicht existiert. Eigentlich. Weil sie die Wellen der Veränderung in sich trägt. Weil man nicht zurück kann. Und man gleichzeitig noch nicht angekommen ist. Wandel ist Weitergehen. Ins Nichts hinein und dann ins Neue. Um einen zwei drei Schritte weiter zu sein von dem, was war.
Darauf einen Tango Nuevo.
Gestern hat mir eine Mail einen kleinen Freudeschrei entlockt. In drei Wochen findet das Tango Lun'azul Festivalito in Augsburg statt. Als Gastlehrer waren unter anderem Diana del Valle und Juan Camerlingo eingeplant. Aus Krankheitsgründen (an dieser Stelle die besten Wünsche für die beiden!) mussten sie allerdings absagen.
Ich muss jedoch ehrlich zugeben: traurig bin ich nicht. Und das nicht, weil ich die beiden nicht toll finden würde - sie sind genial. Meine Freude über das Ersatzlehrer-Paar übersteigt jedoch alles:
Mariano Otero und Alejandra Heredia!!!Ich liebe die beiden! Sie sind einfach großartig....und wie genial ist es, sie auf dem Augsburger Festivalito haben zu können.....mir fehlen die Worte, um meine Eurphorie zu beschreiben....
Jetzt gleich noch für einen Workshop bei den beiden anmelden und dann: einfach nur noch auf ihre Show am 28. April im Parktheater Augsburg vorfreuen!
Für die Tanzfläche..... und für die Autobahn, für den chilligen Abend mit Gin Tonic, für die Dachterrasse, für's Samstag-Abend-Ausgeh-Warm-Up, für den Sonntags-Kaffee, für.....
Ich mag ihn einfach.
Javier Rodriguez (ehemaliger Tanzpartner von Geraldine Rojas), hier mit Andrea Misse auf dem Tangofestival in Bukarest 2011.
Und sind sie nicht einfach cool, die beiden?
Und um ein bisschen in der Vergangenheit zu schwelgen, hier Javier Rodriguez mit meiner geliebten Geraldine Rojas. Im italienischen Fernsehen und ganz auf Show....aber schön. Ja, einfach schön, die beiden.
Ich bin ja eigentlich kein großer Fan von ihnen, aber das Lied finde ich richtig genial, vorallem auch den Text und das Video. Und es ist richtig schön tangotanzbar.
Sollte man öfter mal auf einer Milonga hören...
(Leider habe ich kein brauchbares Tango-Video gefunden.)
Wenn du zur Nacht kommst,
und alles um uns still wird,
und du nur noch Atem für mich bist,
weiß ich, dass uns nichts passieren kann,
in diesem Moment.
Ich habe nichts zu fragen,
ich habe nichts zu sein,
wenn ich in deine Tiefe versunken bin,
als ob von mir nichts übrig bleibt,
so fühl ich mich.
Wenn wir uns jetzt auflösen,
sind wir mehr als wir jemals waren.
So wollen wir uns bleiben,
nach diesem Tag.
Wenn du bei Tag bleibst
und du mir nichts versprichst,
vergrabe ich mein Herz in dir,
und es kann alles passieren,
in diesem Moment.
Gib mir alle Namen,
gib mir alle Zeit.
Solang' wir sind, gehen wir nie zurück,
vom Augenblick zur Ewigkeit
ist's nur ein Stück
Wenn wir uns jetzt auflösen,
sind wir mehr als wir jemals waren.
So wollen wir uns bleiben,
nach diesem Tag.
Wenn wir uns jetzt auflösen,
sind wir mehr als wir jemals waren.
So wollen wir uns bleiben,
nach diesem Tag.
Wenn wir uns jetzt auflösen,
sind wir mehr als wir jemals waren.
So wollen wir uns bleiben
Ich bin GOTAN-PROJECT-Fan von der ersten Stunde, vielmehr vom ersten Album an.
Ich habe 2001 in Rom studiert (das Erscheinungsjahr von GOTAN PROJECTS erstem Album LA REVANCHA DEL TANGO) und hatte dort meinen Stamm-Verkäufer für gebrannte CDs, der wie so viele andere Schwarzafrikaner an der Metro-Station "Circo Massimo" seine Raubkopien verscherbelte. (Ist er heute wohl auch noch da, in Zeiten von iPod & Co?). Anyway - besagter Mensch hat mir damals die GOTAN-CD aufgeschwatzt und ich habe sie für seinerzeit noch 5.000 Lire mitgenommen. Erst zweifelnd, aber kaum zuhause im Player - hocherfreut! Das was der Anfang einer großen Liebe. Von Tango tanzen war in meinem Leben damals zwar weit und breit noch keine Spur....aber die Musik ging mir trotzdem gleich ins Blut. Tja, vielleicht muss ich im Grunde dem Afrikaner vom Circo Massimo für meine heutige Tango-Leidenschaft danken. ;-)
Lange Rede.....ich bin vor kurzem auf ein paar Lieder von GOTAN PROJECT gestoßen, die mir gänzlich unbekannt waren und die auf keinem ihrer CD-Alben enthalten sind - sondern die es nur als Bonustracks auf dem Vinyl-Album von TANGO 3.0 gibt.
Das hat mich doch sehr erfreut. Und Youtube sei Dank sind die Lieder jetzt auch auf meinem MP3-Player....
Manchmal treffen zwei Dinge im Leben aufeinander....die eigentlich nicht passen. Denkt man. Aber wenn man es dann ausprobiert, dann stellt man fest, wie wunderbar es sein kann.
Man sollte vielleicht viel öfter im Leben wagen, Dinge zu tun, von denen man glaubt, dass sie nicht zusammengehören...
Superschöner Tango mit Bruno Tombari & Mariangeles Caamaño auf »I'm yours« von Jason Mraz. (Ich habe die beiden auf dem Tangofestival in Innsbruck im Oktober 2011 gesehen. Sie sind ziemlich cool...)
Danke für die Monate voller Jason. Voller Tango.
Und für die Überraschung, festzustellen, dass auch passen kann, was vielleicht nicht passt.
Es gibt einfach so ein paar heiße männliche Kandidaten, heieiei...Die dürfen sich....so einiges erlauben. José Mourinho zum Beispiel. Oder Antonio Banderas.
Da sieht man ob diverser anderer Faktoren - ja, wir werden jetzt oberflächlich und optisch orientiert - auch gerne mal über Fehlverhalten oder unsäglich schlechte Filme hinweg.
Antonio Banderas hat 2006 den Tanzfilm "Dance" gedreht. Kleiner Tipp: Film lieber nicht anschauen. Und ja klar, die Tango-Szene ist völlig übertrieben und aufgesetzt... aber ER entschädigt trotzdem alles, da wollen wir nochmal ein Auge zudrücken.
Durch Zufall bin ich auf den französischen Film "Je ne suis pas là pour être aimé" ("Man muss mich nicht lieben") gestoßen. Ein Tangofilm? Auf jeden Fall ein sehr sehenswerter, ein zarter, leiser, melancholischer Film, der in den entscheidenden Szenen ohne viele Worte auskommt.
Jean-Claude ist über 50 und wenn etwas in seinem Leben fehlt, dann ist es Wärme. Sein Job als Gerichtsvollzieher hat ihn längst zermürbt und abgestumpft und seine zwischenmenschlichen Beziehungen sind gefühlsarm. Liebe scheint für ihn keine Rolle zu spielen. Nur heimlich gesteht er sich manchmal einen Blick in die Fenster der Tangoschule zu, die seiner Kanzlei gegenüberliegt - dann nimmt er in seinem mit Akten überfüllten Büro die Tanzhaltung ein und man erahnt ein kurzes Aufblitzen von Sehnsucht in seinem Gesicht. Als seine Gesundheit schlapp macht und er von seinem Arzt den Rat bekommt, Sport zu treiben, entschließt er sich, sich für einen Tangokurs anzumelden. Und nicht nur der Tango verändert sein Leben. Sondern auch die bezaubernde Francoise...
Ganz behutsam geht dieser Film vor. Ohne große Leidenschaften, mit wenigen Worten, dafür mit umso mehr Blicken und zärtlichen Umarmungen während des Tanzens entsteht zwischen den beiden Protagonisten eine besondere Art von Innigkeit, die mühelos über den Bildschirm hinein in unser Herz transportiert wird. Man ist sich selbst sicher: Ohne den Tango hätten diese beiden Menschen nie zueinander gefunden. Und ohne den Tango hätten sie nicht diese Ebene der wortlosen Sinnlichkeit, des wortreichen Augenkontakts erlangt.
In beiden Leben ändert sich etwas Entscheidendes: Sie entfernen sich beide von der Sachlichkeit ihrer Lebensumstände, um sich - und sei es nur für Augenblicke - den Dingen hinzugeben, die sie beide offenbar vergessen haben, jeder auf seine Weise: dem Charme einer Umarmung, dem Hoffen auf einen Blick, der Sehnsucht nach Liebe.
Ein Tangofilm? Ja und nein. Natürlich spielt der Tango eine entscheidene Rolle, aber ich würde nicht so weit gehen und den Film als Tangofilm bezeichnen. Dafür sind die Szenen, in denen wirklich getanzt wird, meiner Meinung nach zu gering gehalten. Aber die vorhandenen Tanz-Szenen sind wunderbar unaufgeregt und fast schon bescheiden umgesetzt - ohne den Tango groß zu stilisieren oder in Klischees zu überzeichnen.
Und die einzige "richtige" Tango-Szene im Film war natürlich sehr zu meiner Freude - denn darin ist meine geliebte Geraldine Rojas mit Javier Rodriguez zu sehen.
Ich glaube, ich werde sie zu meiner neuen Lieblingstänzerin machen: Analía Centurion. Hier mit Cristian Garcia. DAS finde ich echt mal richtig cool......
Mariano Otero und Alejandra Heredia tanzen auf dem Tangofestival in Innsbruck 2010 auf "Zamba para olvidarte" von Mercedes Sosa. Wunderschön.... in meinen Augen eine getanzte Liebesgeschichte, eine Geschichte vom Gehen und Zurückkommen.
Und im Vergleich zu den Vorführungen von 2011 ist das Tango, den man sehen will. Auf dem diesjährigen Festival haben sich die Tanzpaare (vorallem die argentinischen) in der Show in so vielen akrobatischen Tangofiguren verloren, dass man fast dachte, man sei versehentlich in einer Kunstturner-Show gelandet. Da hat einfach die Innigkeit, die leise Ahnung von Intimität gefehlt, die bei Mariano und Alejandra eindeutig zu sehen ist...